IN VIELFALT EINS
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ANDERE ÜBER UNS

Einmal war ich in Ottmaring. Das hat mich berührt. Sichtbares „Charisma der Einheit“. Menschen tun sich zusammen. Leben und arbeiten gemeinsam aus dem Evangelium. Verschiedene Lebensformen. Konfessionsübergreifend. Sie überschreiten die Grenzen der eigenen Religion. Ganz zu schweigen von selbstverständlicher Internationalität. Wie gut tut solche Weite, die strebt zu vernetzen, wo immer es möglich ist. Die aushält, wo es (noch) nicht möglich ist, manchmal im innersten Bereich. Solche Orte brauchen wir.

Eine Erfahrung war für mich in Ottmaring, dass die Grenzen fließend werden. Da geht mit einer Evangelischen mehr als mit einer Mitkatholikin. Da erlebe ich in inneren Erfahrungen mehr Nähe mit einer Verheirateten als mit manch einer Mitschwester. Da kann ein Kardinal ein Bruder sein, mit dem man scherzen kann. Da „ist nicht mehr Mann noch Frau“.

Ja, die Welt hat Grenzen. Sie braucht Grenzen. Aber die Grenzen müssen nicht trennen. Grenzen sind für Gruppen, was die Haut für einen Menschen ist. Das Eigene bleibt gehalten und kann gerade so dem Anderen begegnen. Und diese Begegnung berührt. Sie bewegt. Sie bereichert. Wir brauchen Orte solcher Berührung, damit die Kirche lebt. Damit Menschen aufleben. Heute. Morgen. Immer mehr.

Sr. Dr. Katharina Kluitmann OSF

Dipl. Theol., Dr. Psych., Tätigkeiten in der Gemeinde- und Berufungspastoral; psychologische Begleitung; Mitglied Synodaler Weg; bis Mai 2022 Vorsitzende der DOK (Deutsche Ordensoberenkonferenz)

Die Zentrumskapelle ist eine ungemein glückliche Lösung für einen heutigen sakralen Raum. Ein Achteck, auf kreuzförmiger Basis, nüchtern, solide, kühl. Helles Naturholz, starke Pfeiler und das Dach tragende Querbalken, die Wände nur aus rauchgrauem Glas bestehend. Keine Bilder. Kein „mystisches Dunkel“. Keine suggestive Verlockung zu unkontrollierten frommen Gefühlen. Dennoch spürt man sofort die Gegenwart einer geheimnisvollen Anwesenheit. Mir fiel beim Eintreten ein Wort der Mystikerin Mechthild von Magdeburg ein: „Fließendes Licht.“ Seltsam, dass der doch statisch so strenge Raum das Erlebnis von etwas Fließendem erweckt.

Statik und Dynamik: nur scheinbar Gegensätze, tatsächlich Pole ein und desselben. Hier schafft die Spannung die schönste Harmonie.

 

Luise Rinser

Schriftstellerin (1911 - 2002)

„Nach meiner Zeit in Ottmaring lief nicht alles rund. Es gab viele Brüche. Auch mit der Kirche und – Gott. Trotzdem war die Zeit, die ich in Ottmaring verbrachte, für mich extrem prägend. Ich wäre nicht der, der ich heute bin – und wäre sicher auch beruflich nicht in der Situation, in der ich heute bin.

Ich habe dort gelernt: Offenheit auch gegenüber denjenigen, die anders sind, Beständigkeit, das Einstehen für Werte, sich nicht abschotten, auch wenn`s schwierig wird, und immer wieder eine Brücke bauen. Das braucht Gesellschaft, Berufsleben und Politik heute! Und das könnt und müsst ihr in Ottmaring auch weitergeben!“

Junger Mann aus Osteuropa

heute in politisch verantwortlicher Position

„Ich schreibe euch einen Satz von Frère Roger Schutz ins Stammbuch: ‚Wir sind eine kleine zerbrechliche Gemeinschaft, die von einer wahnwitzigen Hoffnung lebt – von der Hoffnung auf die Aussöhnung der Christen und aller Menschen untereinander. Wir sind eine Gemeinschaft von Christen, die sich vor Aufgaben gestellt sieht, die ihre Kräfte weit übersteigen, und die dennoch und trotz ihrer beschränkten Zahl den Versuch wagt, auf die Herausforderungen Gottes zu antworten.‘“

Konrad Schelker

Nidelbad, Schweiz

„Was mich wirklich sehr beeindruckt und was ich wichtig finde, ist dieses Lebenszeugnis, wie man miteinander in Verschiedenheit lebt. Ich glaube, dass das wirklich nicht zu unterschätzen ist, auch wenn die ökumenischen Fragen sich verlagern: Verschiedenheit gemeinsam zu leben und jeder lebt aber zugleich das Seine. Wir haben es im Gottesdienst gehört: Trinität ist die tiefste Einheit in der Verschiedenheit. Ich glaube, dass wir das wirklich brauchen: gelebte Verschiedenheit in Einheit – und dass es geht. Das heißt nicht, dass keine Schwierigkeiten da sind, dass alles in Glanz und Gloria läuft, sondern dass es geht, zeigt sich daran, wenn wir auf dem Weg bleiben, und das wünsche ich Ihnen.“

Sr. Aloisia Levermann

Schönstatt-Bewegung