IN VIELFALT EINS
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SPIRITUALITÄT

WURZELN

1960 begegneten sich Vertreter der Fokolar-Bewegung, 1943 in Trient entstanden, und Mitglieder der Vereinigung vom gemeinsamen Leben, 1904 in der Schweiz entstanden, bei einem Treffen in Rüschlikon/Schweiz. Schnell wurde deutlich, was die beiden unterschiedlichen Gemeinschaften in ihrem Wesen und ihrer prophetischen Sendung zutiefst verband: Für das Eins-Werden der Christen zu leben (Johannes 17).

So entstand bald der Wunsch, die Verheißungen des Evangeliums gemeinsam neu zu bezeugen und an einem Ort das konkrete Leben miteinander zu teilen. 1968 wurde das Ökumenische Lebenszentrum (ÖLZ) in Ottmaring eingeweiht.

Gründungspersonen des ÖLZ: Chiara Lubich (li.)und Klaus Heß (re.) mit Aldo Stedile und Amalie Heß

Vision

Ökumenisches Lebenszentrum bedeutet für uns:
Das  Zentrum des Lebens, die Mitte, ist der Dreieinige und Dreifaltige Gott

  • Es braucht also Menschen, die sich in ihm finden, erkennen, versöhnen und vereinen – innerhalb einer zerrissenen und zunehmend kraftlosen Christenheit.
  • Es braucht leidenschaftliche Menschen, die Jesus, den Gekreuzigten und Auferstandenen, im bleibenden Geheimnis seiner Gegenwart suchen, erkennen und bezeugen.
  • Es braucht Menschen, die miteinander Leben teilen und in einer weitgehend „ortlosen“ Welt Räume der Gastfreundschaft in Christus, Räume der geschwisterlichen Annahme aller Kirchen und Kulturen öffnen und gestalten.

Die prophetische Sendung des Ökumenischen Lebenszentrums gründet im Gebet Jesu: „Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.“ (Johannes 17,21)

    Umsetzung

    Die Verwirklichung dieser Vision erfordert kein langfristiges Programm. Vielmehr wollen die Bewohner den Spuren Gottes folgen, der sich in Seinem Wort, durch Menschen und Umstände immer neu zu erkennen gibt. Das Lebenszentrum eröffnet zudem „Räume“ für den ökumenischen Dialog. Es weiß sich im Dienst der verschiedenen Kirchen und Konfessionen und setzt sich ein für eine unmittelbarere Kommunikation und Zusammenarbeit unter ihnen.

    So wird hier eine neue Dimension der Ökumene sichtbar: die „Ökumene des Lebens“, die das ganze Volk Gottes erfassen will. Das meint: Wo das Neue Gebot Jesu: „Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben“ (Johannes 13,34) gelebt wird, macht Christus seine Verheißung wahr und wird unter den Menschen erfahrbar gegenwärtig: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Matthäus 18,20). Er allein eint die Menschen.

    Haltung

    Bei uns im Lebenszentrum gibt es durchaus unterschiedliche Zugänge zum Leben in der Nachfolge Jesu, die aber in folgenden Aspekten übereinstimmen:

    • Wir richten unser persönliches wie das gemeinschaftliche Leben an der Heiligen Schrift aus.
    • Wir stellen uns immer wieder neu unter das Gebot Jesu: 

      „Wenn nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr euch untereinander die Füße waschen. Denn ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.“(Johannes 13,14+15)

    • Im Umgang mit Leid und Schmerz, in den Mühen und Erfahrungen des Scheiterns, die diese Liebe zu den Menschen mit einschließt, begegnen wir der unendlichen Liebe Gottes. Er hat in Jesus den Weg eröffnet hat, um die Menschen mit Gott und untereinander zu versöhnen. Auf diese Weise haben wir auch in Spannungen, Missverständnissen und Enttäuschungen Anteil an der Wirklichkeit Seines Todes und Seiner Auferstehung. So ereignet sich jenes Eins-Werden in Vielfalt, um das Jesus den Vater gebeten hat (Johannes 17,21).
    • Wir respektieren sowohl die verschiedenen kirchlichen Traditionen als auch die persönlichen Überzeugungen – etwa im Blick auf die noch offene Frage der eucharistischen Mahlgemeinschaft.