Beim 12. Internationalen Genfest der Fokolar-Jugend kamen in diesem Jahr erstmals Tausende von Jugendlichen an mehr als 40 Orten der Welt parallel oder leicht zeitlich versetzt zusammen. Einer der 40 Orte war Ottmaring, wo sich mehr als 100 Jugendliche aus 22 verschiedenen Nationen für das Wochenende trafen. Das zentrale Event fand im brasilianischen Aparecida statt und wurde in Teilen live gestreamt.

„Together to care“. Dieses Motto ist kaum zu übersetzen. Ein Übersetzungsprogramm versucht es mit „gemeinsam fürsorglich“. Aber um was sorgen, um was kümmern sie sich? Schauen wir uns die Programmelemente an:

Im Saal

Genfest SaalDas Bühnenprogramm bestreiten die Jugendlichen fast ganz allein. Es wird viel und gut musiziert, alle stimmen ein. Jemand animiert zum Tanzen, alle bewegen sich mit. Etwas klappt nicht auf Anhieb, alle warten ruhig und applaudieren, als es funktioniert. Jemand teilt eine Erfahrung, einen Impuls, eine Idee, alle hören konzentriert zu und nehmen wirklich auf, was gesagt wird. Und das, obwohl mit vier Sprachen jongliert wird. Sie sorgen miteinander füreinander.

In den Workshops

Zweimal gibt es Workshop-Slots: Tanzen, Singen, ein Kurs zur Entscheidungsfindung, Eintauchen in das Leben am Amazonas, ein Kurs Impro-Theater. Sie lassen sich auf alles ein, machen intensive persönliche Erfahrungen. Sie sorgen miteinander für sich selbst.

Genfest in Ottmaring: “Together to care”In sozialen Aktionen

Am Samstagnachmittag schwärmen sie aus: Sie gestalten einen Ökumenischen Gottesdienst in einem Altenheim, sie sammeln Müll am Fluss, sie singen und malen mit körperlich und geistig beeinträchtigten Menschen, sie lernen einen ukrainischen Tanz von den in Ottmaring lebenden Kriegs-Flüchtlingen. Sie sorgen sich gemeinsam um andere.

Genfest AbendgebetBei den Abendgebeten und dem ökumenischen Gottesdienst

Stille. Wenige Worte, die ins Herz fallen. Leise, intensive Musik. Sie sorgen miteinander für eine Beziehung jedes Einzelnen zu Gott.

Und sonst…

Dann gibt es die gemeinsamen Mahlzeiten, das gemeinsame Sorgen um das Haus (Spülen, Klos putzen, Foyer fegen), den Lifestream vom Genfest in Brasilien, ein Grillabend mit der Ökumenischen Siedlung, jede Menge Leben in den Pausen und nach dem offiziellen Programm: Sport, Party – und viele, viele Gespräche.

Die Teilnehmenden haben aus den drei Tagen das Maximum herausgeholt, in jeder Hinsicht. Das wiederzugeben ist nahezu unmöglich. Deshalb sollen sie jetzt selbst zu Wort kommen:

Rückmeldungen der Teilnehmenden:

Dita aus Indonesien
„Alle sind so freundlich. Als Ausländerin in Deutschland ist es in der Regel schwer, Freunde zu finden. Hier habe ich viele, viele Freunde gefunden.“

Ayun aus Japan
„Ich mag die Atmosphäre hier, sie ist so energiegeladen.“

Lorena aus Irland
„Hier sind wir wirklich eine Familie, selbst mit den Leuten, die du zum ersten Mal triffst. Der gemeinsame Glaube bringt uns zusammen, eine tolle Erfahrung.“

Tete von Brasilien
Diese Tage sind eine Möglichkeit, Jesus in der Mitte aufzubauen mit sehr unterschiedlichen Menschen aus verschiedenen Nationen. Es gelang uns wirklich, eine Einheit aufzubauen.“

Jennifer aus Ägypten
„Wir kommen aus verschiedenen Ländern, haben unterschiedliche Hintergründe, aber du fühlst nicht, dass du anders bist. Die Leute hier machen ein Genfest besonders, und dieses Genfest war wirklich ganz besonders.“

Felix aus Dresden
„Tiefe Verbundenheit. Supercoole Leute. Echte Freundschaft. Tiefe Momente.“

Johannes aus Lüneburg
„Ich habe viele Freunde getroffen und viele Leute kennengelernt. Es war sehr schön, dass es zum ersten Mal so international war. Die Musik war besonders. Gemeinsam Musik machen, das ist immer ein ganz besonderer Moment.“

Frankie aus Irland
„Es ist mein erstes Genfest. Ich könnte für immer hier bleiben.“

Martin aus Wien
„Ich habe viele Freunde getroffen, die ich lange nicht mehr gesehen habe. Das Programm war sehr gut vorbereitet, interessante Themen. Am besten hat mir der Sozial-Workshop mit den ukrainischen Kindern gefallen. Wir haben uns wirklich gut verstanden, obwohl wir nicht die gleiche Sprache sprechen.“

Flo aus Chile
„Ein besonderer Moment war, als wir mit einigen Leuten spontan Musik gemacht haben. Wir haben improvisiert, waren zusammen, es war eine große Harmonie unter uns. Wir hätten fast das Abendessen verpasst.“

Lukas aus Tirol
„Die Verbindung untereinander war so schön. Viele tolle Gespräche, der Sozialeinsatz war klasse, was für andere zu machen und sich untereinander dabei noch besser kennenzulernen.

Jana aus der Schweiz
„Mein Highlight war, dass wir Menschen mit Beeinträchtigungen begegnet sind. Wir haben zusammen gemalt und Musik gemacht und einen wunderschönen Nachmittag zusammen verbracht. Es war sehr inspirierend für mich zu sehen, aus ihrer Perspektive, wie sie das Leben wahrnehmen, wie sie die Situation wahrnehmen, wenn wir sie besuchen kommen.“

Emma aus Augsburg
Es gab keinen Unterschied zwischen Organisatoren und Teilnehmenden. Wir haben alle dafür gearbeitet, dass es ein schönes Erlebnis wird, jeder hat viel gegeben und viel bekommen.“

Zur Erklärung: Niemand ist aus Indonesien oder Ägypten zum Genfest angereist. Diese jungen Erwachsenen leben in Europa, meist studieren sie oder sind hier aufgewachsen.

Ein Beitrag von Ulrike Comes.
Fotos von Robert Berzl, Magdalena Weber, Johannes Kahmann und Ulrike Comes.