„Gartentag“ – das klingt zunächst nach Obst, Gemüse, und vielleicht noch Blumen und Rasenpflege. Mit all dem hatte der Gartentag in Ottmaring am 8. November allerdings nur wenig zu tun. Gemeinsam war lediglich der Rasen auf dem ÖLZ-Gelände – und natürlich die frische Luft, die an diesem Tag grau und nebelverhangen war. Ein leichter Nieselregen versuchte sich zwischendurch durchzusetzen, blieb aber eher schüchtern.
Die Liste der Helferinnen und Helfer, die schon eine Woche zuvor ausgelegt worden war, füllte sich nur langsam. Es schien, als würde die Zahl der Teilnehmenden überschaubar bleiben. Doch am Samstagmorgen kamen schließlich rund ein Dutzend Personen von der Vereinigung vom gemeinsamen Leben und der Fokolar-Bewegung – und fast ebenso viele unserer ukrainischen Nachbarn die in den Bettenhäusern des Begegnungszentrums untergebracht sind. So entstand auf dem Gelände doch ein lebendiges Miteinander.
Eine der dringendsten Aufgaben war es, das Laub zu sammeln und abzutransportieren. Nach einem regenreichen Frühling hatten die Bäume ungewöhnlich viele Blätter getragen, die die Herbststürme nun wieder herunter geholt hatten. Eine zweite wichtige Aufgabe war es, rund um das Haus Neuer Weg 17 – im Volksmund „Brüderhaus“ genannt – Ordnung zu schaffen, damit die bevorstehenden Renovierungsarbeiten reibungslos beginnen konnten. Auch einige Hecken profitierten von der Pflege an diesem Morgen.
Besonders prägend war die Kaffeepause mit Butterbrezen und Kuchen. UkrainerInnen und Deutsche kamen dabei ins Gespräch – herzlich, und nur manchmal etwas holprig wegen der Sprachbarrieren. Ein ukrainischer Helfer hatte zudem einen Honigkuchen beigesteuert, der eher den Namen „Honigtorte“ verdient hätte.
Am Ende des Tages konnten viele ihre Müdigkeit nicht verbergen. Die ungewohnte Arbeit hatte ihre Spuren hinterlassen. Doch ebenso deutlich war die Freude über die gemeinsame Erfahrung – und darüber, dass sich das ÖLZ-Gelände nun wieder einladend präsentiert.
Text: Manfried Kögler
Fotos: Marianne Odermatt, Manfried Kögler








